Sportchronik

Als am 10. Dezember 1949 von Heinz Pohl, Ernst Stegemann und Jochen Schmidt die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Traktor Mestlin gegründet wurde, ahnte keiner von ihnen, wie sich der Sport in der Gemeinde entwickeln würde. Wie selbstverständlich spielte König Fußball die dominierende Rolle. Es gab die Nachwuchs- und die Männermannschaften. Später kamen weitere Sportarten wie der Motorsport (der später als Sektion der GST [Gesellschaft für Sport und Technik] weiter betrieben wurde), und die Frauengymnastikgruppe hinzu. Die Leichtathleten nahmen sogar zweimal in Leipzig am Deuschen Turn- und Sportfest teil. Viele Namen waren mit dem Sport verbunden. Erinnert sei bei der Gymnastikgruppe an Henny Barsuhn oder auch an Otto Polte, der sich für das Boxen stark gemacht hatte. Sogar DDR-Einzelmeisterschaften und Internationale Vergleiche im Boxen des SC Traktor Schwerin fanden in Mestlin statt. Den Volleyballsport ohne Rolf Biermann kann sich kaum einer vorstellen. Zeitweilig gab es auch eine Kegelsportgruppe, die im seinerseits entstandenem Sportlerheim (leider nach der Wende 1990 verfallen und abgerissen) sich eine sehr gute Bahn schufen mit automatischer Kegelaufstellung. Für ein Dorf war natürlich auch der Pferdesport wichtig, den Harry Fagin als damaliger LPG-Vorsitzender stark förderte.

in großer Erfolg war 1978 der Aufstieg der Fußballer in die Bezirksklasse mit dem damaligen Trainer Hans-Peter Schneider. Das Dorf Mestlin wurde im November 1987 als sportlichstes Dorf des damaligen Bezirkes Schwerin durch das Präsidium des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) geehrt.
Diese Ehrung nahm der damalige Vorsitzende Ulrich König entgegen. (siehe nebenstehenden Zeitungsausschnitt) Zu dieser Zeit gab es neun Sektionen mit 323 Mitgliedern. Ein überregionales Ereignis war die Idee, die Muttis gegen ihre Sprösslinge im Fußball antreten zu lassen. Obwohl das erste Spiel am 14. 12. 1986 mit 11:2 Toren für die Kinder ausging, war dies ein Spaß, den viele nicht vergessen haben. Es war es der Anfang weiterer "kurioser Ansetzungen". Fast alle Zeitungen und Zeitschriften, inklusive Fernsehen und Rundfunk, berichteten seinerzeit über diese Mestliner Idee.

Mestliner D-Mädchen
am 28. August 1999
Foto: © Bölsche

Nach der Wende wurde es stiller um den Mestliner Sport. Zeitweilig gab es nur noch eine Jungen-Nachwuchsfußballmannschaft. Seit 1991 gibt es mehrere Mädchenmannschaften.
Die Mädchen der Altersklassen B, C und D haben unter ihrem Trainer Manfred Ziebarth eine gute Bilanz aufzuweisen. Mehrere Bezirks-, Landesmeistertitel und Pokalerfolge in der Halle und im Freien konnten diese Teams für Mestlin erreichen und zählen damit zu den Besten weit und breit.
Das Foto links zeigt die Mestliner D-Mädchen,mit ihrem Sieger-Pokal. Diesen hatten sie anlässlich des Geburtstagsturniers vom Mestliner Sportverein am 28. August 1999 erhalten.

Manfred Ziebarth (2.v.r.) und "seine" Mädchen 1998 beim Euroceramic-Pokal
Foto: © Bölsche

Manfred Ziebarth bestimmt seit 41 Jahren das sportliche Geschehen in Mestlin mit

Wenn es in der Gemeinde Mestlin um das Thema Sport geht, dann ist dies immer mit dem Namen Ziebarth verbunden. Neben den Brüdern Dieter und Bernd ist es vor allem Manfred, der ohne den Sport gar nicht leben könnte. Der Sport und Manfred Ziebarth ist im Laufe der Zeit zu einer Einheit geworden. Während andere nach Feierabend die berühmten Viere gerade sein lassen, trainiert Manfred Ziebarth seine Mädchen und statt am Sonntagmorgen auszuschlafen, ist er bereits mit seinem Team auf dem heimischen Sportplatz oder auf Reisen zu den Spielplätzen der Region. 
"Als wir 1960 aus Friedrichsruhe nach Mestlin zogen, war ich als sechsjähriger auf dem Sportplatz und sah beim Fußball zu. Dadurch kam ich zum Fußball, der mich bis heute fasziniert", so der heute 46-Jährige. Noch heute erinnert er sich, wie er mit acht Jahren seinen ersten Mitgliedsausweis für die BSG Traktor erhielt. Sein erster Übungsleiter war Erhard Koß, dem er viel zu verdanken hat. Gern denkt daran zurück, als er als Steppke in der Kinder- und Jugendmannschaft in der Kreisklasse spielte und dabei auch gegen die russischen Kinder der Parchimer Garnison antrat. Seinen ersten Erfolg erlebte er als Zehnjähriger. Damals wurde der KSV (Kooperationssportverein) "Obere Warnow" gegründet. In diesem Verein spielten die damals besten jungen Spieler aus Mestlin, Kladrum und Zölkow. Nun konnten sie auch an den Bezirksmeisterschaften teilnehmen. Die Brüder Manfred, Dieter und Bernd waren dabei oft auch in einer Mannschaft und erreichten 1979 gemeinsam den Aufstieg in die Bezirksklasse.
Doch für Manfred reichte es nicht, nur dem Ball zu frönen. Er übernahm von Anfang an auch Verantwortung. Mit 14 Jahren fungierte er bereits als Betreuer und übernahm erste Traineraufgaben. Nach einem kurzen "Auswärtsgastspiel" bei Hydraulik-Nord in Parchim, kehrte er 1985 wieder nach Mestlin zurück und widmete sich wieder dem heimischen Sport. Dabei kamen ihm auch immer wieder tolle Ideen, so gilt er als der Erfinder der Spielbegegnungen Mütter gegen ihre Kinder. Über dieses Ereignis berichteten 1986 viele Medien, inklusive Funk und Fernsehen.
Nach 1990 ging vieles den Berg runter, auch der Sport erlebte seine Flaute. Doch Manfred Ziebarth war mit der Motor für die Neugründung als Sportverein Grün-Weiß. 1991 gegründet ist er heute durch Mädchenfußball und Volleyball bekannt. Ziebarth ist Vereinschef, Trainer und Staffelleiter des Mädchenfußballs im Landesfußballverbandes, Bezirk West. "Früher haben sich andere um uns gekümmert, heute kümmern wir uns um den Nachwuchs und ich gebe damit etwas zurück an den Verein", so seine Einstellung. 

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