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Nach 58 Jahren ertönt am 14. Juni 2003 die Königin
der Instrumente wieder in der Mestliner Kirche!


Der Prospekt der Mestliner Orgel

Es ist ein Geschenk der niederländischen Partnerkirchgemeinde Sexbierum.
Die Transport- und Aufbaukosten sind durch Fördergelder, Sponsoren
und durch die Aktionen der Mestliner Kirchgemeinde aufgebracht worden.
 siehe auch: Eine Orgel für Mestlin

aus der Schweriner Volkszeitung, Lokalausgabe Parchim vom 14.06.2003

Königin der Instrumente erklingt in Mestliner Kirche

Niederländisches Instrument wird heute geweiht

Am heutigen Sonnabend ist es soweit: In der Mestliner Kirche ist ab 19 Uhr wieder die volle Klangvielfalt einer Orgel zu hören. Zuvor wird Oberkirchenrat Andreas Flade die Orgelweihe vornehmen.

Blick auf die neue Orgel
mit ihren 684 Pfeifen

Damit endet eine 58jährige Ära ohne die Königin der Instrumente. Lediglich ein altes Pedalharmonium verrichtete ab und zu seine Dienste. Die alte Orgel war in den Maitagen des Jahres 1945 zerstört worden und bis vor kurzem zeugten nur noch Fragmente von der einstigen Existenz. Die neue Orgel in der Mestliner Kirche ist zugleich eine alte und stammt aus den Niederlanden.
"
Wir haben diese von unserer niederländischen Partnerkirchgemeinde aus Sexbierum geschenkt bekommen und haben durch viele Aktionen und Sponsoren sowie Fördermittel das Geld für den Wiederaufbau gesammelt", so Pastor Jens Krause. Um diesen Aufbau kümmerte sich der Plauer Orgelbaumeister Wolfgang Nußbücker höchstpersönlich. Dabei musste er auch verschiedene Veränderungen vornehmen, die aber dem Klangbild keinen Schaden zufügten. Das war baulich bedingt, denn hier war der Platz nach oben gegeben und so wurden die Windlader übereinander gesetzt, statt wie vorher nebeneinander. Auch der Spieltisch mit seinen elf Registern, seinen zwei Manualen und einem Pedal befindet sich einige Meter neben der Orgel, für Mecklenburg-Vorpommern eher untypisch. "Bei uns in Holland hat dies bereits seit dem 18. Jahrhundert Tradition. Man kann dann den Pastor gut sehen und sich besser aufeinander abstimmen, als per Rückspiegel wenn man direkt vor dem Prospekt sitzt", so der Mitinitiator der Spendenaktion und Kantor aus Sexbierum, Gerrit de Vries. Verbunden ist der Spieltisch mit dem eigentlichen Musikinstrument durch ein dickes Kabel mit etwa 250 Adern.
"Die Orgel spielt sich wunderbar. Die Akustik kommt hier sehr gut, viel besser als an ihrem alten Standort", sagt begeistert Gerrit de Vries nach den ersten Proben in der Mestliner Kirche. Er wird am heutigen Sonnabend das Eröffnungskonzert und am morgigen Sonntag um 10 Uhr zum festlichen Gottesdienst dieses Instrument spielen. Dabei stehen Werke von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Christoph Willibald Gluck auf dem Programm. Unterstützt wird der Kantor durch die niederländische Sixtuskantorei aus Sexbierum.

Michael-Günther Bölsche

Der Kantor der niederländischen Kirchgemeinde Sexbierum spielt an der Mestliner Orgel das Einweihungskonzert. Der Spieltisch ist neben der eigentlichen Orgel angeordnet.


Die Sixtuskantorei unter der Leitung von Gerrit de Vries
gestaltet das Festkonzert

Zwei Meister unter sich:

Kantor Gerrit de Vries (links) mit dem Orgelbauer Wolfgang Nußbücker

Die Besucher lauschten dem ersten Orgelklang nach 58 Jahren in der Mestliner Kirche und erfreuten sich an der Musik. Gerrit de Vries hatte eine sehr gute Auswahl getroffen. Besonders gut das Rondo aus dem Konzert für Orgel in C-Dur von Ruppe. Einfach super, welche feinen Klänge und welche Fröhlichkeit dieses Stück ausstrahlte. Das Andante mit Variationen von Mendelssohn-Bartholy war etwas nachdenklich dagegen. Ein optimistischen Ausklang bot dann die Fanfare am Ende des Konzertes von Lemmens.
Stehende Ovationen der Besucher am Ende zeugten von dem Dank und dem Respekt, die den Akteuren, allen voran dem Kantor Gerrit de Vries und dem Orgelbauer Wolfgang Nußbücker, gezollt wurde.

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Copyright © M. - G. Bölsche, 19374 Mestlin  / letzte Aktualisierung: 02.02.2012