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Filmtipp: NDR dreht eine "Zeitreise" zum Maislied

Mestliner auf Spurensuche nach dem alten Maislied

Chronisten benötigen Hilfe bei Geschichtsaufarbeitung

Weit über die Grenzen des damaligen Kreises Parchim hinaus waren die Mestliner Maisfeste von 1958 bis 1964 bekannt. Das damalige Dorfjugendkomitee hatte 1958 das erste Fest vorbereitet und durchgeführt.

Das Programmheft des
1. Maisfestes 1958

Ausgangspunkt war ein Wettbewerb, den Mais- und Zuckerrübenanbau in der Region zu erhöhen. So sollte noch mehr tierisches Futter bereit gestellt werden. In diesen Wettbewerb wurde auch die Kultur- und Sportarbeit einbezogen und das Maisfestes war geboren.

Aus dem Veranstaltungsplan des ersten Maisfestes vom 12. und 13. Juli 1958 ist zu entnehmen, dass neben dem Erfahrungsaustausch der Bauern eine große Tierschau stattfand. 40 Kühe, 20 Schafe und Böcke sowie jeweils zehn Pferde, Bullen und Schweine wurden vorgeführt. Im großen Saal und auf der Terrasse des Kulturhauses wechselten sich die bunten Programme ab.

Plakat des Maisfestes
von 1964

"De Mönnings" aus Sternberg und ein Blasorchester baten zum Tanz. Unter der Leitung von Cläre Schulz und Erich Kumm wurden anlässlich einer Mais-Polonäse die besten Tanzpaare gekürt.

Der damalige SC Traktor Schwerin boxte gegen Motor Süd Magdeburg und in der DDR-Fußballliga spielte eine Bezirksauswahl von Neubrandenburg gegen eine Auswahl des Bezirkes Schwerin. Sicher werden beim Lesen dieser Zeilen Erinnerungen wach. Daher hoffen die beiden Mestliner Ortschronisten, Andrea Matischewski und Günther Peters, dass auch ein ganz bestimmtes Lied wieder aufgefunden werden kann. Anlässlich des Maisfestes wurde dieses gesungen. Leider besitzen die Chronisten nur noch einige Zeilen, die Gerda Klötzing aufgeschrieben hat.

Darin heißt es:

Ja, der Mais, der Mais der schmeckt,
der Mais, wie jeder weiß, das ist ein strammer Bengel,
das ist die Wurst am Stengel
und wer den besten Mais anbaut, das ist ein kluger Mann,
weil er in die Zukunft schaut und die fängt gerade an.
Ja der Mais, der Mais der schmeckt...
Und der zweimal wiederholte Refrain  lautet:
Der Mais, der Mais, wie jeder weiß,
das ist die Wurst am Stengel

Ideal, so die Chronisten, wäre es, wenn auch die Noten zu diesem Lied noch aufzutreiben wären. Vielleicht kann sich noch jemand erinnern, wer damals das beste Tanzpaar war und manch einer hat noch das ein oder andere Foto aus dieser Zeit, von denen eine Kopie angefertigt werden könnte.
Meldungen nehmen die Chronisten unter der Mestliner Rufnummer 038 727 / 81 327 oder per E-Mail entgegen.

Erste Reaktion:

entnommen der Schweriner Volkszeitung, Lokalausgabe Parchim vom 13.02.2003

Mestliner Maislied: Noten in Marnitz entdeckt
Anneliese Schliemann spielte diesen Titel auf der Mandoline
Marnitz/Mestlin. Anfang der Woche berichtete die Parchimer Zeitung, dass die Mestliner Chronisten das Maislied aus dem Jahre 1958 suchen.

Anneliese Schliemann aus Marnitz hatte noch die Noten des Maisliedes.

Den Artikel las auch Anneliese Schliemann aus Marnitz und war sich sofort sicher: "Da kann ich helfen". Nach einem kurzen Telefonat mit den Mestlinern wurde in diesen Tagen das Originalnotenblatt dieses Liedes übergeben. "Ich war damals als 20jährige in der Instrumentalgruppe und wir spielten dieses Lied auf unseren Mandolinen", erinnert sich die Marnitzerin. Den Text hat sie leider nicht, "schließlich brauchten wir den nicht für die Instrumentalversion."

Die Noten des
Mestliner Maisliedes

Sie, die noch heute im Frauenchor aktiv mit der Musik verbunden ist, gehörte mit der Mandolinengruppe seinerzeit zu den Besten im Kreis. Ein hölzerner Pokal beweist es: "Beste ländliche Instrumentalgruppe des Kreises Parchim im Maiswettbewerb" ist eingeschnitzt. Dabei kannten sie kaum Noten, man wusste nur, wo welche Griffe auf der Mandoline waren und das reichte aus.
Die Mestliner sind sehr dankbar für diese schnelle Hilfe, mit der sie eigentlich fast nicht gerechnet hatten und hoffen nun auch noch auf den Text.
Michael-Günther Bölsche

NDR drehte für die „Zeitreise“

   

Sonntags geht der NDR im N3-Nordmagazin stets auf Zeitreise. Dies ist ein Rückblick in die Geschichte verschiedener Personen, Orte oder erinnert an die unterschiedlichsten Ereignisse. Bei Recherchen nach weiteren Themen kam der Autor Florian Dedio auf das Maislied und damit auch auf die Maisfeste, die in Mestlin Ende der fünfziger bis Mitte der sechziger Jahre gefeiert wurden. In dem Lied heißt es: „Ja, der Mais, der Mais der schmeckt, der Mais, wie jeder weiß, das ist ein strammer Bengel, das ist die Wurst am Stengel“.


Anneliese Schliemann und Günther Peters im Jahr 2009 bei ihrer "Zeitreise"

Dieses Lied hatte auch Anneliese Schliemann aus Marnitz einst auf der Mandoline gespielt und das zum ersten Maisfest 1958. Sie war damals Mitglied der Mandolinengruppe und gewann den Kreiswettbewerb und erhielt damals einen hölzernen Pokal. Dieser ist heute in Mestlin zu sehen.

Anneliese Schliemann kam jetzt nach rund 50 Jahren wieder an den Ort des einstigen Sieges zurück. Gemeinsam mit dem Mestliner Ortschronisten Günther Peters wurden Erinnerungen wach an die Maisfeste, die seinerzeit sehr beliebt waren und dazu dienten, den Anbau von Mais und Zuckerrüben in der Region voran zu treiben und mehr tierisches Futter bereit zu stellen.

Die Erinnerungen von Schliemann und Peters an das Lied, das dazugehörige Fest wurden nun durch den Kameramann Lutz Hofmann sowie durch den Tonverantwortlichen Tino Ammersdorfer festgehalten. Zu sehen wird der Beitrag voraussichtlich am 5. Juli um 19.30 Uhr im Nordmagazin.

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