Kurzinfos zum Kulturhaus

Das Kulturhaus Mestlin ist ein imposantes Bauwerk in Mestlin, im Landkreis Ludwigslust-Parchim.
Für rund 700 Einwohner (Stand 2016) der Gemeinde mit drei Ortsteilen, ist dieses Bauwerk eine Verpflichtung und eine Last zugleich.
Verpflichtung, weil es ein wertvolles Kulturerbe aus der DDR-Zeit ist

ehemaliges Wandbild im unteren Foyer des Kulturhauses von der Malerin Vera Kopetz, enthüllt 1958 (wurde 1990 übermalt)
Foto: Gerhard Hoppe, Berlin

Das Kulturhaus ist jetzt eine Last...
weil es für den knappen Finanzhaushalt der Gemeinde gleich mehrere Nummern zu groß ist. Dieses monumentale Haus wurde von 1954 bis 1957 gebaut und war bis zur politischen Wende in den Jahren 1989/1990 das kulturelle Zentrum der Gemeinde und weit darüber hinaus.
Über 50.000 Besucher pro Jahr konnten zu Veranstaltungen der unterschiedlichsten Art begrüßt werden.

Von Arbeitsgemeinschaften und Zirkeln bis hin zu Tanz- und Unterhaltungsveranstaltungen für alle Altersgruppen, von Betriebsversammlungen, Lehrgängen, Konferenzen und Ausstellungen reichte das Angebot. Ein modern ausgestattetes Gebäude mit Gaststätte, Saal, Hörsaal, und vielen Nebenräumen standen den Besuchern bis 1990 zur Verfügung.

Das ehemalige Tonstudio im zerstörten Zustand

Nach der politischen Wende, kurze Zeit als Großraumdisko genutzt, ist es seit 1996 ruhig geworden. Der letzte Betreiber hinterließ ein völlig verwahrlostes und ausgeräumtes Kulturhaus. Nichts erinnerte mehr an die Zeiten, als sich hier die Besucher des Hauses wohl fühlten. Viele Einrichtungsgegenstände wurden entwendet, vernichtet oder zerstört...
Erst auf Intervention der Gemeindevertretung, seines Bürgermeisters Uwe Schultze und einiger engagierter Mestliner Einwohner, unter ihnen Karlheinz Danzer und Michael-Günther Bölsche, übernahm die Gemeinde wieder die Verantwortung und versuchte zu retten was zu retten war. Doch auch diesem Personenkreis waren die Hände gebunden, denn kein eventueller Betreiber hatte Geld und/oder eine Konzeption die der Erhaltung und Nutzung des Hauses dienen sollte.

Von Mai 1997 bis Dezember 2004 bemühte sich ein Förderverein "Kulturhaus Mestlin" e.V. um die Rettung und Wiederherstellung des traditionsreichen Hauses.

Die erste Fete - das Erntefest - am 02.10.1999 im renovierten "Gummisaal"

Der ehemalige Gummisaal ist seit 1999 nach einer kompletten Renovierung seitens der Mitglieder des Fördervereins und weiterer Helfer wieder in Betrieb und steht somit, Dank dieser Initiative des Vereines, wieder für die gemeindlichen Veranstaltungen zur Verfügung. Für die wirtschaftliche Betreibung des alten Gummisaales als Gaststätte hat der Förderverein im Mai 1999 eine GbR gebildet. Dies sollte der Anfang einer Vermarktung von Teilen des Gebäudes sein, welches nach und nach - je nach Sanierungszustand - weitergeführt werden soll.
Leider musste der Förderverein dieses Projekt 2003 wegen Unwirtschaftlichkeit wieder aufgeben und die GbR löste sich auf. Zum 31. Dezember 2004 löste sich auch der Förderverein auf.
Im Februar 2008 bildete sich eine Bürgerinitiative, die dem Kulturhaus sowie dem Marx-Engels-Platz mit seinen Gebäuden, wie ehemaliges Pflegeheim, Schule usw., wieder Leben einhauchen möchte.
Seit dem 14. Dezember 2010 hat der Verein Denkmal Kultur Mestlin e.V. das Haus von der Gemeinde Mestlin gepachtet und seither viele Fördermittel eingeworben, Sponsoren gefunden und etliche Veranstaltungen, insbesondere viele Ausstellungen (siehe auch Veranstaltungsfotos und Ausstellungen) organisiert oder ist daran beteiligt.

zur Homepage des Vereins: www.denkmal-kultur-mestlin.de