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Ende Januar 2005 verlässt der bisherige Pastor und Propst
Jens Krause die Kirchgemeinde Mestlin/Techentin

Abschied und Neubeginn
von Propst Jens Krause

Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, die alten Küsten aus den Augen zu verlieren. André Gide

Ein Blatt mit diesem Satz hängt seit vielen Monaten an meiner Pinnwand. Er spricht von Veränderung, von Aufbruch und Neubeginn.
Sich zu verändern ist lebenswichtig. Denn Nichts bleibt beim Alten, auch wenn eine mecklenburgische Redensart etwas anderes zu wissen meint.
So habe auch ich erkannt, dass in der kommenden Zeit Veränderungen anstehen. Für mich, meine Familie, für die Kirchgemeinde. Was sich ändern sollte, das war damals noch nicht genau zu beschreiben.
In den vergangenen Monaten eröffneten sich uns Wege, die wir nun beschreiten werden. Ich bewarb mich um die Pfarrstelle der vakanten Kirchgemeinden Neukloster und Groß-Tessin und wurde von den dortigen Kirchgemeinderäten als künftiger Pastor gewählt.
Nun heißt es also Abschied nehmen von den Menschen in Mestlin, Groß-Niendorf, Hohen Pritz, Techentin, Below und den anderen Orten, von den Kolleginnen und Kollegen der Propstei. Von den mir ans Herz gewachsenen Kirchen und Dörfern, vom Mestliner Pfarrhaus und dem Pfarrgrundstück. Anfang Februar werden wir aufbrechen. Wir lassen Vertrautes zurück und freuen uns auf das Neue, das uns erwartet.
Viele befürchten, in Mestlin und Techentin entstünde durch unseren Wegzug Leere. Das mag auch zutreffen. Aber es entsteht auch Raum für Wege zu neuen Küsten, die Sie künftig in den Kirchgemeinden miteinander und mit dem / den künftigen Mitarbeitern gehen können. Im Vertrauen auf Gott, unseren Herrn, der seine Gemeinden baut, ob hier oder in Neukloster werden wir wie auch Sie, die Sie zurückbleiben, zu neuen Ufern aufbrechen.
Am 23. Januar findet um 14.oo Uhr ein Abendmahlsgottesdienst zur Verabschiedung in der Mestliner Kirche statt. Im Anschluss an den Gottesdienst lädt die Kirchgemeinde zu einem Empfang in das Mestliner Kulturhaus ein.
Die Einführung in Neukloster findet am Sonntag, den 6. März um 14.oo Uhr in der Klosterkirche statt.

Unsere neue Adresse:
Kirchstraße 2 in 23992 Neukloster, Telefon 038 422  - 25 451

siehe auch Folgetext: Abschied ist auch ein neuer Anfang

Abschied ist auch ein neuer Anfang
Propst Jens Krause verlässt Kirchgemeinde Mestlin

Mestlin • Am Sonntag (23.01.2005) hieß es für den Propst Jens Krause offiziell Abschied zu nehmen von seinen Kirchgemeinden Mestlin und Techentin. Ein Abendmahlsgottesdienst in der Mestliner Kirche und ein Empfang im Kulturhaus gehörten zu seinen letzten Amtshandlungen in den beiden Kirchgemeinden. Ab Februar wird er in Neukloster als Pastor arbeiten.

Propst Jens Krause vor der
Kanzel in der Mestliner Kirche

Viele Koffer und Kartons sind gepackt und stehen bereit zum Abtransport. Das Pfarrhaus in der Goldberger Straße in Mestlin wird ab 1. Februar 2005 deutlich weniger genutzt werden, denn dann ist die Pfarrstelle für die verbundenen Kirchgemeinden Mestlin und Techentin vakant. Etwas wehmütig blickt Propst Jens Krause noch einmal in die Kirche von Mestlin und es kommen Erinnerungen auf.
Es war 1993, als Krause als Pastor aus Herzfeld (dort absolvierte der gelernte Vermessungsarbeiter sein Vikariat) nach Mestlin kam. Es lag ein riesiges Aufgabengebiet vor ihm und das war wörtlich zu nehmen. Es reichte von Groß Niendorf über Hohen Pritz und Ruest, über Mestlin bis nach Techentin, Langenhagen und Augzin. So manche Kirche – wie die in Mestlin und Techentin – bedurften dringender Sanierungsarbeiten, die Ruester Kirche war eigentlich gar nicht mehr existent, „diese war bereits abgeschrieben“, so Krause. Schnell musste der Theologe begreifen, dass seinem Wunschdenken Grenzen gesetzt waren und er sich der Realität der knappen Finanzmittel und mancher Bürokratie zu erwehren hatte. Um so größer ist sein Stolz heute, denn der Kirchturm und das Kirchenschiff der Mestliner Kirche wurden saniert, in Techentin wurde der zweite Bauabschnitt zum Jahresende abgeschlossen und es gibt berechtigte Hoffnungen auf Weiterführung des dritten Abschnitts.
Wiedereinweihung der Ruester Dorfkirche
Der 16. Mai 1996 war für die Mestliner Kirchgemeinde ein ganz besonderes Datum: Die totgesagte Ruester Kirche wurde wieder eingeweiht und konnte nach einer Notinstandsetzung genutzt werden. „Es zeigte uns, dass man mit Taten doch so manches kleine Wunder vollbringen kann. Gemeinsam wurde an einem Strang gezogen“, begründete der Propst diesen Erfolg. Ein weiterer Höhepunkt war die neue Orgel in Mestlin, die seit dem 14. Juni 2003 nach 58 Jahren Pause wieder erklingt. Auch hier zeigte sich, dass vieles möglich ist. Die Orgel war ein Geschenk der niederländischen Partnerkirchgemeinde und Gelder für Transport und Aufbau wurden durch eigene Aktionen und Spenden aufgebracht.
Auch innerkirchliche Angebote wie Christenlehre und das Konfirmandenprojekt wurden neu belebt und gehören heute zum Alltag in den beiden Kirchgemeinden.
Vakant ist nicht die Kirche, sondern die Pfarrstelle
„Vakant ist nur die Pastorenstelle. Die Kirchgemeinde ist arbeitsfähig, allerdings werden die Aufgaben des Kirchgemeinderates größer“, meint Propst Krause. Da ist einiges zu organisieren und es sind Entscheidungen zu treffen – insgesamt wird sicher die Verantwortung deutlich steigen. „Aber ich vertraue den Menschen hier und Hilfe gibt es ja auch über den Pastor Thomas Timm in Goldberg“, ist sich Krause sicher.
Hier in der Region um Mestlin ist Jens Krause in den vergangenen 12 Jahren nach eigenen Worten heimisch geworden. Er hat die Geschichte, die Landschaft und die Menschen schätzen gelernt und geht in dem Gefühl weg, „etwas Neues an einem anderen Ort zu beginnen und Erfahrungen fortzusetzen“.
Bürgermeister Uwe Schultze ist über den Weggang von Jens Krause ohne eine Nachfolge in der Pfarrstelle nicht sehr erbaut. „Die Kirche gehört zum Dorf und vieles wurde in den vergangenen Jahren geschaffen, von der wir als Kommune auch partizipierten“, meint Schultze und denkt an die baulichen Veränderungen der Kirchen in Ruest und Mestlin und an die musikalischen Veranstaltungen in der Mestliner Kirche, die auch das kulturelle Leben in der Kommune prägten.
Michael-Günther Bölsche

Text ist entnommen der Schweriner Volkszeitung, Lokalausgabe Parchim vom 24.01.2005

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