Mestlin war die letzte Station einer Orgelreise
nach dem Motto "Eine Orgel - zwei Spieler" durch schöne Dorfkirchen um
Parchim herum und zugleich der Auftakt der diesjährigen Sommermusiken in
der Mestliner Kirche. Zuvor gab es Konzerte in Benthen und Goldberg. An
der Orgel diesmal war Doreen von Berg und Fritz Abs, der St.
Georgenkantor zu Parchim, die vierhändig die Manuale bedienten.
"Es ist herrlich gewesen, die Konzerte wurden in allen drei Kirchen sehr
gut angenommen", resümierte Fritz Abs in Mestlin. Es gab sogar Besucher,
die alle drei Konzerte besucht haben und einige Besucher gab es, die
erstmals in einer dieser Dorfkirchen waren. "Diese Dorfkirchen sind ein
Kleinod architektonischer Kunst und müssen ganz einfach mehr in den
Mittelpunkt gestellt werden", meinte Abs.
Gemeinsam mit Doreen von Berg bediente Abs die Orgel und hatte, je nach
Klangbild, das musikalische Repertoire zusammengestellt. In Mestlin
waren dies Werke von Adolph Friedrich Hesse und Nicolas-Jaques Lemmens.
Nach einem gemeinsamen Singen der Konzertbesucher wurde das Adagio für
die Flötenuhr in F-Dur von Ludwig van Beethoven vorgestellt. Hier nahm
der Komponist nach den Worten Abs’ das Metronom ein wenig aufs Korn und
verarbeitete den gleichmäßigen Taktgeber auf eine etwas ironische Weise.
Der musikalische Höhepunkt der beiden Organisten war aber ein
"musikalischer Scherz", eine Komposition von Gottfried Fischer. Er hatte
verschiedene Variationen geschrieben zu "…wenn Mozart 'Geh aus mein Herz
und suche Freud’ komponiert hätte…". Hier spürte man die Freude, die der
Komponist beim Schreiben der Noten gehabt haben muss.
Insgesamt boten die beiden Künstler eine musikalische Vesper, die
optimistisch die neue Woche einläutete.
(entnommen der
SVZ, Lokalausgabe
Parchim vom 23.06.2009)

Sonntag,
12. Juli 2009, 19.30 Uhr:
Konzert
mit dem "Ensemble Neue Horizonte"
Ein Konzert der besonderen Art für verschiedene Instrumente und
Klangkörper mit eigenen Kompositionen
Ein zartes Spiel
mit den Klängen
Außergewöhnliches Konzert in der Mestliner Kirche

Unter dem Motto „Neue Kirchenmusik zwischen Tag und Traum“ wurde den
– leider nur sehr wenigen – Besuchern in der Mestliner Kirche ein
etwas außergewöhnliches Klangerlebnis geboten.
Zu Gast war erstmals das Ensemble „Neue Horizonte“
mit Ingeborg Sawade und Hanns-Peter Simmendinger aus Hamburg.

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Im Altarraum sowie im gegenüberliegenden Teil
des Kirchenschiffes hatten die Künstler die Gongs sowie die
Klangschalen und die Glockenspiele aufgebaut. Doch was dann die
Besucher zu hören bekamen, war keine Musik im herkömmlichen Sinne.
Es war eine Sinfonie von Klängen, hervorgerufen durch
gefühlvolles, fast zärtliches Spiel mit den Gongs oder den
japanischen und tibetanischen Klangschalen. Durch das Wechselspiel
zischen den beiden Standorten in der Kirche waren die Besucher
mitten in diesem Klangerlebnis und konnten es genießen. Es ist
Musik zum In-sich-gehen, zum Genießen und trotz der Klangfülle zur
Ruhe zu kommen. „Die wunderbare Akustik in dieser Kirche hat unser
Konzert noch intensiver erklingen lassen“, lobte Ingeborg Sawade
die Mestliner Dorfkirche am Schluss.
All denen, die am Sonntagabend nicht diesen Auftritt erlebten,
denen ist wahrlich ein Klangerlebnis erster Klasse entgangen. |

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Freitag,
17. Juli 2009, 19.30 Uhr:
Orgelkonzert
mit Gerrit de Vries
Ein Konzert zum Wochenausklang mit Romantik pur
Wenn man die Orgelkonzerte in der Mestliner Kirche seit längerem
verfolgt, dann weiß man, dass Gerrit de Vries von der Partnerkirchgemeinde
Sexbierum /Niederlanden die Mestliner Orgel häufig in ihrer ganzen Volumengröße
erklingen lässt. Er spielt mit den elf Registern und weiß sie so zu bedienen,
dass die Königin der Instrumente sehr kraftvoll erklingt.
Nicht jedoch an diesem Abend. Diesmal erlebten die zahlreichen Besucher einen
ganz anderen Kantor. Er setzte zum Wochenausklang auf etwas mehr
Romantik und damit auf die ruhigeren Töne, auf die sinnlichen.
Ob das "Andante mit Variationen" von Felix Mendelssohn-Bartholdy oder "Prière à
Notre-Dame" von Leon Boëlmann –
es war Musik zum Wochenausklang, die zur Besinnlichkeit und zur Ruhe nach einer
vielleicht hektischen Woche einlud und auf das Wochenende einstimmte. Nur kurz,
so beim "Festival Voluntary" von Flor Peeters oder bei "Nun danket alle Gott"
von Sigfrid Karg-Ellert, ließ de Vries wieder die Orgel mit voller Kraft
erklingen, so wie man den niederländischen Kantor kennt.
Nach diesem Konzert
gab es für Gerrit de Vries noch eine kleine Überraschung. Pastor
Kornelius Taetow überreichte dem Kantor zur Erinnerung an seine Konzerte
in Mestlin einen kleinen Bildband über Mecklenburger Orgelbau.
Gerrit der Vries kommt seit der Orgelweihe im Jahre 2003 mindestens
einmal jährlich, mitunter auch öfters, und ist in der Kirchgemeinde
Mestlin und darüber hinaus bei den hiesigen Musikfreunden ein immer
wieder gern gesehener Organist.


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