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Aktivitäten zum Erhalt des Kulturhauses Mestlin

Es geht voran:

6. November 2000 - Der Anfang ist gemacht!


Die Einrüstung und die dringende Dach- und Dachentwässerungssanierung
des Kulturhauses
begann am 6. November 2000

Das Kulturhaus Mestlin wird auch von
außen in Ordnung gebracht.
Auf Grund der Initiative des Fördervereins
flossen etliche Fördergelder.

Die Finanzierung dieser ersten komplexen Bausanierung setzt sich wie folgt zusammen:

557.900,00 DM Gesamtsumme, davon:
 
200.000,00 DM Landesamt für Denkmalpflege
Mecklenburg-Vorpommern
Zuwendungsbescheid 
vom 09.06.2000


Die Sanierung war
dringend notwendig,
insbesondere die
Dachentwässerung.

150.000,00 DM Innenministerium
Mecklenburg-Vorpommern
Bewilligungsbescheid 
vom 04. 09. 2000
101.238,00 DM Eigenanteil der Gemeinde Mestlin
66.662,00 DM Arbeitsamt Schwerin
Anerkennungsbescheid 
vom 24. 07. 2000
40.000,00 DM Landkreis Parchim
Zuwendungsbescheid 
vom 09. 08. 2000

Die Reihenfolge der Auflistung stellt keine Wertung dar und erfolgte nach der Höhe des Förderbeitrages.

Bedeutendes Wandgemälde wohl nicht zu retten

Im großen Foyer des Kulturhauses Mestlin war bis zur Wende ein großes Wandbild mit dem Titel "Früchte Mecklenburgs" zu sehen. Diese Darstellung befand sich an der Wand zwischen den Eingängen zum großen Saal und dem “Gummisaal³, der späteren Klubgaststätte. Das Bild stammt von der Malerin Vera Kopetz und wurde 1958 enthüllt.
Leider wurde dieses Bild im Zuge der Umgestaltung zur Großraumdiskothek nach 1990 übermalt. So ein Bild aus den fünfziger Jahren passte einfach nicht in eine Diskothek der neunziger Jahre, meinten jedenfalls die damaligen Pächter. Nur wenige schwarz-weiß Fotos erinnern heute noch an das einstige Foyer-Bild.
Der jetzige Betreiber, der Förderverein Kulturhaus Mestlin e.V., will nun das Foyer renovieren. Dabei tauchte auch die Frage auf, ob das einstige Wandbild wieder herzustellen sei. Die Gemeindevertreter waren der Ansicht, dass man es zumindest versuchen sollte. Auch die Denkmalbehörde des Landkreises wurde durch das zuständige Amt Mildenitz eingeschaltet. Die Denkmalschützer brachten etliche Adressen verschiedener Restauratoren in die Überlegungen ein.



Restaurator Heiko Brandner sucht 
nach dem verschwundenen Bild

In der vergangenen Woche nahm sich Heiko Brandner von einer Restauratorengemeinschaft aus Bützow der Sache an. Mit Spachtel und Pinsel legte er einige kleine Stellen wieder frei. Durch mechanische und thermische Untersuchungsmethoden sowie des Einsatzes von Lösungsmitteln konnte er auch Farbreste nachweisen. Allerdings, so seine ersten Erkenntnisse vor Ort, wäre eine Wiederherstellung sehr aufwendig und kostenintensiv. “Momentan sehe ich kaum realistische Möglichkeiten dafür", so sein Kommentar. Somit dürfte dieses einmalige Wandbild für die Nachwelt für immer verloren sein und das Kulturhaus Mestlin um eine weitere künstlerische Attraktion ärmer.
Vera Kopetz wurde 1910 in St. Petersburg geboren und starb 1998 im Alter von fast 88 Jahren in Ueckeritz auf der Insel Usedom. Sie gilt noch heute als klassische Malerin, die in ihrer Zeit sehr beachtliche Werke schuf. Ausstellungen hatte sie in ganz Europa. Auch im Staatlichen Museum zu Schwerin sind etliche Arbeiten vorhanden und werden immer wieder ausgestellt. Für Dr. Gerhard Graulich vom Staatlichen Museum Schwerin ist Vera Kopetz eine beachtliche Künstlerin. Michael-Günther Bölsche
(dieser Text erschien in der Schweriner Volkszeitung, Lokalredaktion Parchim am 12.03.2001)

Mestliner Wandbild entstand in Kasein-Technik

Am Montag veröffentlichte unsere Redaktion einen Bericht über den Versuch ein “verschwundenes" Wandbild im Foyer des Kulturhauses Mestlin wieder aufzufinden. Da der Restaurator Heiko Brandner nicht die Maltechnik kannte, mit der Vera Kopetz das Bild im Foyer herstellte, ist sein Versuch besonders erschwert. Jetzt erhielt unsere Redaktion Post von der Insel Usedom. Ricarda Horn, eine Künstlerkollegin von Vera Kopetz, teilt zu diesem Thema mit, dass “...das Wandbild wahrscheinlich in einer Kasein-Technik ausgeführt wurde. Das war in den betreffenden Jahren sehr verbreitet". Bei der Kasein-Technik wird als Bindemittel der Farben kein Öl verwendet, sondern organische Eiweißstoffe. Diese Farbtechnik ist eigentlich uralt, schon in der Steinzeit wurden Bilder mit derartigen Mischungen verwendet. “Es ist erstaunlich welche Haltbarkeit diese Farben bis heute haben, schade, dass es im Kulturhaus Mestlin nur drei Jahrzehnte hielt", so die Usedomer Künstlerin. 
Peter Schmidt aus Herzberg, der das Kulturhaus aus besseren Tagen kennt, empfiehlt das Bild nicht erneut zu übermalen. “Vielleicht gibt es später Geld für eine Restaurierung".
MGB
(dieser Text erschien in der Schweriner Volkszeitung, Lokalredaktion Parchim am 14.03.2001)

mehr über die Malerin Vera Kopetz unter: www.vera-kopetz.de

Neuer Vorschlag zur Nutzung des Kulturhauses in der Diskussion

Folgender Artikel wurde aus der SVZ, Lokalausgabe Parchim, vom 28.10.2001 entnommen:

Mestliner Kulturhaus soll DDR-Museum werden
Parchimerin überreichte neuen Vorschlag zur Nutzung des Gebäudes

Mestlin. Ein neuer Vorschlag zur Nutzung des ehemaligen Kulturhauses in der Gemeinde liegt seit einigen Tagen den Gemeindevertretern und Mitgliedern des Fördervereins Kulturhaus Mestlin e.V. vor. Von einem Museum ist die Rede.
Torsten Kort, Vorsitzender der Fördervereins Kulturhaus Mestlin e.V., informierte kürzlich auf einer Versammlung der Volkssolidarität und des Mestliner Kulturvereins e.V. über einen neuen Vorschlag zur Nutzung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes. Der Vorschlag, so Kort, betrifft die Einrichtung eines Museums zur Darstellung der Geschichte der DDR, insbesondere des Ortes Mestlin. 
Nach Informationen der Parchimer Zeitung stammt der Vorschlag von der Parchimerin Lilli Holst. Sie war bereits zu DDR-Zeiten durch ihre Arbeit in der Abteilung Kultur beim damaligen Rat des Kreises mit den Geschicken des Kulturhauses befasst. “Das dies Gebäude so heruntergekommen ist, tut mir in der Seele weh und so kam ich kürzlich bei einem Gespräch in der Familie auf die Idee, das Haus könnte als Museum eingerichtet werden", so die heute beim Landkreis beschäftigte Parchimerin. Die Darstellung der DDR-Geschichte unter dem Aspekt des “sozialistischen Musterdorfes Mestlin" wäre nach ihrer Meinung sinnvoll. Es gäbe im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern bereits kleinere Einrichtungen, die sich mit dem Thema befassen, jedoch nicht in dieser kompakten Form, so bisherige Erkenntnisse.
Unter der kompakten Form könnte sich Lilli Holst vorstellen, dass einzelne Räume das Leben, die Arbeit und die Freizeit auf dem Dorfe museal dargestellt werden. Darüber hinaus könnte die durch eine GbR genutzte Gaststätte wieder als “Klubgaststätte" genutzt werden. Ein typisches Hotelzimmer, der alte Dorfkonsum, eine Wohnungseinrichtung aus damaliger Zeit wären weitere Möglichkeiten, das Leben dieser Zeit nachzugestalten. Die im Hause einst untergebrachte Bibliothek und das Standesamt könnten ebenfalls wieder nachempfunden werden. Einige Gegenstände aus den Räumen sind zum Glück noch erhalten, so dass die Investitionen sicherlich in Grenzen gehalten werden könnten. Andere Dinge werden sich sicherlich noch in privater Hand befinden, die eventuell als Leihgabe von den Bürgern zur Verfügung gestellt werden.
Die Weiterführung der begonnenen Sanierung des Kulturhauses hängt unter anderem auch von einer Konzeption über die künftige Nutzung ab. “Da kommt diese Idee gerade zur rechten Zeit und müsse nun ausdiskutiert werden", so Bürgermeister Uwe Schultze, der dieser Meinung sehr positiv gegenüber steht. Auch deshalb, weil vielleicht aus diesem Vorschlag eine gute Konzeption erarbeitet werden kann und dass die erhofften Fördergelder fließen. Aus diesem Grunde befindet sich der Vorschlag zur Zeit in den Ausschüssen der Gemeindevertretung und beim Förderverein des Kulturhauses.
Michael-Günther Bölsche

Förderverein beendet seine Arbeit

Dr. Ingo Waszerka teilte am 20. Dezember 2004 mit:
Der Förderverein Kulturhaus Mestlin beendet seine Arbeit zum 31. Dezember 2004.
In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 17. Dezember wurde die Auflösung einstimmig beschlossen. Der Vorsitzende Ingo Waszerka begründete diesen Schritt damit, dass der Verein in der derzeitigen Situation zur dringend notwendigen Sanierung des Kulturhauses bedauerlicherweise nichts mehr beitragen könne. Zugleich versicherte er, dass die Mitglieder sich weiterhin im Rahmen der gemeindlichen Gremien für das Kulturhaus engagieren werden. Bürgermeister Uwe Schultze dankte dem Verein für dessen Aktivitäten in den zurückliegenden sieben Jahren seit der Gründung.
Der noch amtierende Vorstand wurde von der Versammlung beauftragt, die Formalitäten zur Auflösung abzuwickeln.

Kulturhaus bekommt neue Chance

Folgender Artikel wurde aus der SVZ, Lokalausgabe Parchim, vom 19.05.2005 entnommen:

Rostocker Planer arbeiten am Nutzungskonzept für Mestliner Gebäudekomplex

Mestlin •
Für das Kulturhaus Mestlin wird derzeit ein professionelles Nutzungskonzept erstellt. Das im Rahmen des europäischen Leader+ Förderprogrammes zu erstellende Projekt wird von der Rostocker Planungsgesellschaft Wagner realisiert.


Wagner Planungsgesellschaft in Rostock mit Peter Wagner, Joern Clasen und
Nicolle Schmidt

Das Kulturhaus in Mestlin hat schon bessere Zeiten erlebt. Doch davon ist nur noch in den Analen der Geschichte zu lesen. Nach der Auflösung der Großraumdiskothek dümpelte es einige Jahre vor sich hin bis ein Förderverein wieder ein wenig Leben in das geschichtsträchtige Gebäude brachte. Während viele Räume entkernt wurden und bisher nicht nutzbar sind, steht der einstige Gummisaal und spätere Klubgaststätte seit Oktober 1999 wieder für Veranstaltungen zur Verfügung.

"Eine Herausforderung, die uns reizt"

Doch die Einnahmen reichen nicht, um die laufenden Kosten begleichen zu können, von weiteren Sanierungsmaßnahmen kann fast gar keine Rede sein. Selbst bei fließenden Fördergeldern würde der Gemeinde der aufzubringende Eigenanteil sehr schwer fallen. Im laufenden Haushalt fehlen rund 55000 Euro…
Nun hoffen die Gemeindevertreter, viele Einwohner und Kulturfreunde auf die Europäische Union. Im Rahmen des Leader+ Förderprogrammes erarbeitet die Rostocker Planungsgesellschaft Wagner jetzt ein professionelles Nutzungskonzept. "Es wird sicher sehr schwer, aber es ist eine Herausforderung, die uns reizt", meint Peter Wagner und schätzt seine Chancen sehr realistisch ein. In seinem Büro nahe des Doberaner Platzes in Rostock sitzen Nicolle Schmidt und Joern Clasen über Landkarten und Kostenanalysen.

Keine Luftschlösser, dafür machbare Alternativen

"Wir wollen keine Luftschlösser entwerfen, uns geht es um machbare Alternativen, die unbedingt ihre Betriebswirtschaftlichkeit besitzen. Das geht nicht ohne Partner und Fördermittel", meint Clasen. So werden in einer ersten Stufe die Sanierungsaufwändungen im Hinblick auf verschiedene Nutzungsmöglichkeiten erfasst. Da die allgemeine Marktlage bereits "abgeklappert" wurde, suchen die Rostocker jetzt nach den Nischen, vor allem im überregionalen Bereich. Auch Vergleichsobjekte wie das Kulturhaus in Murchin und anderswo werden untersucht. Trotz der ungünstigen Lage in einem relativ kleinen Dorf hoffen die Planer auf einen Erfolg. "Wir wollen mit unserem Konzept auch eine Lobby für das Haus schaffen und den Bekanntheitsgrad bei Firmen, Verbänden, Einrichtungen wieder erhöhen. Nicht nur eine Nutzungsmöglichkeit, sondern eine Vielzahl davon könnte vielleicht eine Alternative sein", hofft Peter Wagner. "Es muss trotz alledem etwas Besonderes und Dauerhaftes sein, damit die Besucher wieder nach Mestlin ins Kulturhaus kommen", sind sich die Planer mit vielen Bürgern des Dorfes einig.

Einwohner können im Gremium mitbestimmen

Damit die Planung aber nicht doch ins Unrealistische abgleitet, wollen die Hansestädter eng mit den Einwohnern zusammenarbeiten. Eine Lenkungsgruppe, bestehend aus Gemeindevertretern und interessierten Bürgern, steht den Planern zur Seite und im Juni oder Juli sollen erste Ergebnisse öffentlich vorgestellt werden. Bereits im Oktober 2005 soll das Nutzungskonzept vorliegen.
Insgesamt kostet das Projekt rund 30.000 Euro und man darf gespannt sein, ob das Nutzungskonzept nicht nur graue Theorie bleibt. Am 19. Oktober 2007 feiert das Kulturhaus seinen 50. Geburtstag. Eine Wiederbelebung wäre das schönste Geschenk.
Michael-Günther Bölsche

Um weitere Sanierungsarbeiten in Angriff zu nehmen und Fördermittel beantragen zu können, benötigen wir dringend Eigenanteile. Um diese finanziellen Eigenmittel zu erwirtschaften, sind wir unter anderem auf viele Spenden angewiesen.
Neben Spenden ist aber eine Nutzung des Hauses unbedingt nötig. Wenn Sie also eine Veranstaltung planen - vom Tanz bis zur Konferenz oder Tagung oder anderes - dann melden Sie sich bitte. Wir sind bemüht, Ihre Wünsche zu erfüllen.

Ausführliche Hinweise sowie Mietpreise, erhalten Sie, wenn Sie hier klicken.

Eine Bürgerinitiative will ab Frühjahr 2008 das Kulturhaus und das Ensemble des Marx-Engels-Platzes wieder beleben. Mehr dazu unter Verein Denkmal Kultur in der unteren Navigationsleiste

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Copyright © M. - G. Bölsche, 19374 Mestlin  / letzte Aktualisierung: 02.02.2012